Das Wort am Sonntag? #1

Das Wort am Sonntag? #1

Das Wort am Sonntag? Bild: M. Rens

Keine Sorge, hier gibt’s keine Gardinenpredigt. Ich werde hier jeden Sonntag ein Wort vorstellen, das einen Bezug zu Text, Schreiben und Korrektorat/Lektorat hat.

Du lässt ein Lektorat machen, bekommst dein Manuskript zurück und ackerst dich durch die Randbemerkungen. Oder bittest in einem Schreibforum um Meinungen zu deinem Manuskript. Es hagelt Antworten. Doch du hast ein kleines Problem: die Begriffe. Schreiben ist ja wirklich toll und macht Spaß, aber dein letzter Deutschunterricht liegt einige Jahre zurück. Und jetzt werden dir Wörter wie Partizipien, Adverbien und andere Begriffe um die Ohren gehauen. Hä? Mal ganz ehrlich: Wer von uns hat sich schon die bildungssprachlichen Ausdrücke in Latein oder Griechisch gemerkt, für die wir Deutschen eine Vorliebe haben? Ich auf jeden Fall nicht. Deshalb startet hier mit Das Wort am Sonntag?, eine Reihe mit Begriffen, die man als Autorin vielleicht nicht immer sofort auf dem Schirm hat. 

Das heutige Wort am Sonntag lautet:

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Macht Übung den Meister?

Macht Übung den Meister?

Wie bekomme ich Routine beim Schreiben?

Manche Autorinnen haben schon immer gerne geschrieben. Sei es Tagebuch, Geschichten oder Blogbeiträge. Sie haben bereits einen persönlichen Stil entwickelt, entwickeln sich weiter. Außerdem schreiben sie viel, lesen viel und probieren viel aus. Read more

Pseudonym – ja oder nein?

Pseudonym – ja oder nein?

Wer schreibt – Geschichten, Bücher, Essays oder welche Texte auch immer – und dann auch veröffentlichen will, steht häufig vor der Frage: Will ich unter meinem eigenen Namen veröffentlichen oder unter einem Pseudonym?

Frau ist ja schließlich stolz auf ihre Leistung. Und der eigene Name auf dem Cover sieht schon toll aus.

Autorin XYZ. Wow.

Warum also einen anderen Namen, ein Pseudonym, für die Veröffentlichung wählen? Gute Frage.

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Tipp #2 Lass es raus!

Tipp #2 Lass es raus!

Vornehmen und in die Tat umsetzen sind zwei verschiedene Dinge.

Vor allem, wenn dein Broterwerb dich ziemlich fordert und du abends keine Lust mehr hast, dir noch mehr Text aus dem Gehirn und den Fingern zu saugen.

Nun hat mein Job, der mich ernährt, auch mit Schreiben zu tun. Als Übersetzerin schreibe ich meistens den ganzen Tag und muss mir über den Text, den ich übersetze, Gedanken machen. Die richtigen Begriffe finden. Was manchmal ziemlich lang dauern kann, da viele Termen nicht in den regulären Wörterbüchern stehen. Da ist meine Freundin, die Suchmaschine, ordentlich am Dampfen.

Dementsprechend ist mein Gehirnspeicher mit allen möglichen Wörtern und Sätzen gespickt und weigert sich, dann auch noch die Gedanken zu meinem eigenen Buch preiszugeben.

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Kennst du wahrscheinlich auch, oder?

Du bist geschafft nach dem Arbeiten. Egal, ob du außer Haus oder im Homeoffice gearbeitet hast.

Erst mal runterkommen. Dann an den PC oder ans Heft zum Schreiben. Geht aber nicht. Irgendwas geht dir immer noch im Kopf rum, das sich einfach nicht ausblenden lässt. Du starrst das geöffnete Dokument an wie das Kaninchen die Schlange – und machst es genervt wieder zu. Das wird heute nichts. Und am nächsten, am übernächsten, am dritten Tag auch nicht. Sch …reibenkleister.

Stopp! Nicht verzagen!

Ich gebe dir hier einen Tipp. Vielleicht ungewöhnlich. Vielleicht für dich unangenehm. Vielleicht peinlich. Aber: sehr hilfreich.

Also:

Zieh deine Jacke an und geh raus. Spazieren oder Radfahren. Allein!! Gerade jetzt in Coronazeiten bist du damit in bester Gesellschaft. Gehe irgendwohin, wo keine Menschen sind. Auf einen Feldweg, in den Wald. Egal. Du kannst auch in den Keller gehen.

Und dann beginne zu reden. Erzähl dir selbst von deinem Problem oder Ärger, was du heute gemacht hast, worüber du nachdenkst. Beschimpf deinen Chef, deinen Kunden, deinen Mann, Kinder, was auch immer. Aber: Rede laut! Rede nicht innerlich, lautlos mit dir, sondern mach deinen Mund auf: „Das wollte ich Ihnen schon immer sagen, Sie Hornochse!“, „Wieso finde ich diesen dämlichen Bericht nicht?“, „Ich bin mir nicht sicher, ob ich den richtigen Begriff verwendet habe bei der Übersetzung“ …. und so weiter.

Du wirst dir mit Sicherheit am Anfang ziemlich blöd vorkommen. Bin ich mir auch.

Doch wenn du erstmal in den Redefluss gekommen bist, wirst du quatschen wie ein Wasserfall. Alles, was dich gerade beschäftigt, wird aus dir herausströmen.

Es spielt keine Rolle, ob du zusammenhängend redest. Es geht nur darum, den Kopf frei zu bekommen.

Häufig reichen schon 10 Minuten aus.

Diese Übung ist so etwas wie Dampf ablassen. Sich auskotzen. Vom Tag erzählen, ohne Kommentare oder Kritik vom Gegenüber zu erwarten.

Die „Lass-es-raus“-Übung ist unglaublich befreiend – und befriedigend.

Und dann kannst du dich entspannt an dein Manuskript setzen – und schreiben.

Schreib dein eigenes Ding

Schreib dein eigenes Ding

Mal ganz ehrlich: Du hast dich sicher auch schon mit den besten Vorsätzen hingesetzt und mit dem Schreiben begonnen.

Und dann kamen die Zweifel. Will das überhaupt jemand lesen? Ist es nicht besser, im Stil von XYZ zu schreiben? Die schreibt schließlich Bestseller. Und ich schreibe ganz anders. Read more

Tipp #1 Lustlosigkeit – was tun dagegen?

Tipp #1 Lustlosigkeit – was tun dagegen?

Sie trifft mit Sicherheit jede n einmal: Lustlosigkeit. Sei es beim Sex, bei der Arbeit, beim Sport, Saubermachen oder eben auch beim Schreiben.

Und sie hat ja auch ihre Gründe. Langeweile, unbeliebte Arbeiten, Bewegungsunwilligkeit, Abneigung gegen die Tätigkeit … such dir einen aus.

Doch woher kommt die Lustlosigkeit beim Schreiben? Oder besser gesagt, der Unwille, sich hinzusetzen und zu schreiben?

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Schreibübung #1 – Schreib deinen Kopf leer

Schreibübung #1 – Schreib deinen Kopf leer

Du willst schreiben. Hast auch bereits im Kopf, worüber. Und du beschließt, deine Story aufzuschreiben.

Also setzt du dich zum Schreiben hin, atmest tief ein – und weißt nicht, wie du beginnen sollst.

Denn die Geschichte, die du so deutlich vor dir sieht, ist auf einmal gar nicht mehr so klar.

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Keine weiße Übersetzerin!

Keine weiße Übersetzerin!

Ursprünglich veröffentlicht auf Undsonstso:

https://nos.nl/artikel/2370409-marieke-lucas-rijneveld-geeft-vertaalopdracht-voor-gedicht-amanda-gorman-terug.html Ich weiß nicht, wer von euch niederländisch spricht, aber ich wollte es hier teilen. Das großartige Gedicht, das Amanda Gorman bei der Inauguration von Joe Biden vorgetragen hat, soll natürlich auch in andere Sprachen übersetzt werden. In den Niederlanden hat der renommierte Meulenhoff Verlag die Rechte erhalten und – in enger Absprache mit Amanda […]

Keine weiße Übersetzerin!

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust

Das Zitat von Goethe dürfte jedem bekannt sein. Das klassische Dilemma, hin- und hergerissen zwischen zwei Dingen.

Ich texte es hier einmal um:

»Zwei Texte, wohnen, ach! in meinen Gedanken!«

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